re:publica 2010 – drei Tage, 2700 Blogger und kein Internet
Vom 14. – 16. April 2010 hat in Berlin die vierte re:publica stattgefunden. Mein Ticket hatte ich mir bereits im November 2009 gesichert, Wartezeit und Vorfreude auf meine erste re:publica waren also sehr groß. Dann ging es endlich los. Mittwochmorgen hin zum Bahnhof und auf nach Berlin. Nach sportlichen drei Stunden Zugfahrt bin ich in Berlin am Hauptbahnhof angekommen. Twitterstream und foursquare zeigen ganz deutlich, ich bin nicht allein auf dem Weg zur re:publica. Also schnell den Koffer im Hotel abgestellt, rein in die S7 und hin zum Friedrichspalast. Akkreditierung, Armbändchen für drei Tage umlegen und Konferenztasche abholen waren in 5 Minuten erledigt, alles ging erfreulich schnell (der erste Ansturm war anscheinend schon vorüber). Nichts wie rein in die erste Veranstaltung: Jeff Jarvis mit dem Thema „The German Paradox – Privacy, publicness, and penises“, kurz die „Die Jeff Jarvis Show“. Ein toller Entertainer und Rhetoriker, wirklich beeindruckend. Darüber muss man doch twittern! Also Notebook ausgepackt und versucht in das WLAN zu kommen. Keine Verbindung und das sollte auch für die restlichen Konferenztage so bleiben. Irgendwie paradox, dass gerade eine Bloggerkonferenz für den gesamten Zeitraum doch mehr oder weniger vom Internet abgeschnitten ist. WLAN, UMTS oder GSM-Netze waren wenn nur zeitweise und dann sehr langsam verfügbar. Laut Veranstalter wurden mehr als 5000 MAC-Adressen vergeben und mehr als 800 gleichzeitige Clientzugriffe gezählt. Fraglich ob es überhaupt möglich ist ein funktionierendes WLAN für so viele Teilnehmer aufzubauen. Für die nächste re:publica sollte man evtl. über Räume mit festen LAN-Anschlüssen nachdenken um zu mindestens kurzzeitig Zugriff auf das Netz zu bekommen.
Das nächste große Highlight folgte um 15:30: „What’s Next – Wie die Netzwerke Wirtschaft und Gesellschaft revolutionieren“ mit Peter Kruse. Absolut sehenswerter Vortrag, hier gibt es die Folien. Auch im anschließenden Interview gibt es noch gute Statements von Prof. Dr. Peter Kruse, z.B. “Nichts ist für mich schöner, als etwas auf 140 Zeichen zu beamen”.
Abschluss des ersten Tages war die Twitterlesung mit Sascha Lobo, @kosmar, @bosch, @HappySchnitzel und @pickiHH. Sehr kurzweilig und ein paar geile Tweets dabei – ein schöner Ausklang für diesen ersten Tag. Die folgen zwei re:publica-Tagen boten noch eine Menge spannender Sessions mit einem weiten Themenspektrum – vom Schachboxen bis zu den „Luxusproblemen der Modeblogger”.
Insgesamt eine sehr interessante Veranstaltung. Ich muss zugeben ich hatte eine etwas andere Erwartungshaltung und ich habe mir als Online-Konzepter mehr berufsrelevante Themen versprochen. Doch im Nachgang konnte ich vieles mitnehmen und gerade die Vielfalt und das weite Themenspektrum haben Impulse für Neues gegeben.

